Schmiede
"23. August MMIX, 0700 h:

Ich drehte mich noch einmal im Schlafsack um, die Nacht war lang, wir hatten gerade die Abschlussveranstaltung einer Ferienaktion - sechs Wochen Kinderbetreuung, die alles andere als spurlos an mir vorbeigegangen waren. Es war der letzte Abend, und die Kinder durften übernachten. Dementsprechend hoch war mein Schlafdefizit. Um Punkt 7 h klingelte mein Handy. Völlig verschlafen erklärte ich der Stimme am anderen Ende, ich käme zum Tor.... Dort stand er: Der Betonlaster mit 3,5 Kubikmetern Fertigzement, mit 5 Stunden Verzögerer. Die Tage vorher hatten wir nebenbei Fundamente geschachtet, unser Baufeld eingemessen und abgesteckt - nun war es soweit. Der Laster rollte an den Zelten der verdutzten Kinder vorbei, kippte seine Fracht ab, und verschwand wieder. Damit begann für mich die Arbeit. 
Als ich die Plane von der Arbeitsfläche zog, stellte ich zu meinem Entsetzen fest, dass mein Helferlein die Fundamente nicht dort geschachtet hatte, wo sie hin sollten - es ging um separate Fundamente für Werkbank und Amboss. Was macht also der gute Legionär ? Richtig. Spaten frei und Feuer. Als nun mein Helferlein entgegen der Absprache erst um 11 Uhr erschien, war er mehr als erstaunt, dass beinahe der gesamte Zement schon verteilt war, und verdichtet. nach kurzer Beurteilung meiner Laune entschied er sich dann doch, fklinke Hände zu machen, und so konnten wir am ersten Tag das gesamte Fundament fertigstellen, und die Balkenschuhe für das Ständerwerk einlassen.
Sieben Tage dauerte der Bau (im Nachhinein fast biblisch...). Wir hatten eine Menge Holz bekommen, dicke Balken, und gehobelte Bretter, und machten uns an die Fachwerksarbeiten. Eingelassene und mit Holznägeln festgesetzte Verbindungen forderten von den Unerfahrenen viel Überlegung, aber als das Grundgerüst stand, waren wir überglücklich, und genehmigten uns ein Bier. Hätten wir lassen sollen, denn als Bernd, unser befreundeter Dachdeckermeister, die Dachkonstruktion sah, fiel er beinahe vom Glauben ab. Aber Bernd wäre nicht Bernd, wenn er statt zu meckern nicht etwas unternähme. Innerhalb rekordverdächtiger Zeit hatten wir ein großartiges Dach, und aus den restlichen Balken zimmerten wir ein Vordach, dass Bernd mit wunderschönen Biberschwanz-Schindeln eindeckte. Die Wände verkleideten wir mit den Brettern, ließen Lücken, damit genug Tageslicht in die Schmiede strömt. Dies ist wichtig, will man die Farbe des glühenden Metalls richtig beurteilen.
Schließlich und endlich war Richtfest. Wir weihten die Schmiede ordentlich ein, waren reichlich angeheitert und stolz auf unsere Leistung. Bei näherer Betrachtung der Winkel in der Schmiede muss man sagen: "'N bäten scheif het Gott leif." Aber sie steht stolz da, mit ihren geschnitzten Tierköpfen, dem großen Doppeltor, und den ganzen Utensilien, die wir vom Flohmarkt, aus alten Kellern oder bei Papi zusammengeklaubt hatten.
Bei der Einweihung hatten wir noch keine Esse und keinen Amboss, also half uns Carsten vom Arcanoa (http://www.arcanoa.de) aus. Er stellte sowohl einen Amboss, als auch eine Esse und ein Gesenk. An dieser Stelle noch einmal ganz herzlichen Dank, lieber Carsten, für Deine großartige Hilfe !
Aber wir benötigten ja über kurz oder lang eigenes Material. Bei Lemmi im Garten fanden wir eine alte Tretesse, die zwar verrostet war, aber mit etwas Erfindungsreichtum bekam sie einen Motor mit Riemenantrieb, da die Schwungradaufhängung gebrochen war. Einen kleinen Amboss erhielt ich von meinem lieben Vater. Ist zwar noch nicht die Welt, aber erstmal reicht es völlig aus. Wenn noch jemand einen Amboss übrighat - bitte melden !
Seit nun alles da ist, entstehen unter meinen Schlägen primär Messerklingen Ich übe viel, und die Erfolge sind schon ein bisschen sichtbar. Aber noch ist nicht aller Tage Abend, und wenn das Feuer eine besonders gelungene Sache freigibt, dann werde ich sie hier vielleicht auch hineinsetzen.

Neuigkeiten
 
11.11.2010: Auftritt am Paulsen-Gymnasium

4./5.12.2010: Winterlager der Legion im Aalemannufer. Interessierte sind herzlich willkommen. (http://www.jfe-aalemannufer.de)

5.1.2011: Wir wünschen allen ein Frohes, Neues Jahr !
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